Zuge in das Leben – Zuge in den Tod

“Zuge in das Leben – Zuge in den Tod ;
Trains to life  and trains to death 1938 -1945
Kunstler Frank Meisler Tel Aviv
Einweihung: 30. November 2008

joodse_kinderen_groot

Diese beiden Skulpturengruppen  sind ein Geschenk des  Kunstlers Frank Meisler zum siebzigsten Jahrestag der ersten Kindertransporte an die Stadt Berlin .
Von den sieben Kindern symbolisieren  zwei eine der grosten Rettungsaktionen von 10 000 vorwiegend judischen Kindern  nach Grossbritannien; funf  zeigen die  Gruppen  der zuruckbleibenden Freunde und Geschwistern  die zu den 1,5 Millionen Kindern gehoren, deren Vernichtung die Nationalsozialisten befahlen.

Die Situation fur die Juden in Deutschland wurde durch die Verschärfung der gegen sie gerichteten Gesetze (Nürnberger Gesetze 1935) immer unerträglicher. Die dringliche Situation  jüdische Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich einreisen zu lassen forderte die internationale Staatengemeinschaft zur Handlung.  Im Juli 1938 berief der amerikanische Präsident F.D. Rosevelt die Konferenz von Evian (Frankreich) ein, der Vertreter aus 32 Ländern folgten und in deren Ergebnis keines der Zielländer bereit war, die Einreisebestimmungen für Juden zu lockern.

Nachdem die Ereignisse  während der Pogromnacht am 9./10.November 1938 international bekannt wurden, empfing der britische Premierminister Neville Chamberlain am 16.November eine Abordnung des britischen Council for German Jewry. Sie forderten .von der britischen Regierung die Aufnahme  einer unbestimmten Anzahl von Kindern. Die Zustimmung Chamberlaines erfolgte  unter den Bedingungen, dass die Aufnahme der Kinder weder die öffentlichen Kassen noch den Arbeitsmarkt belasten. Noch am selben Tag beschloß das britische Parlament  allein reisenden Kindern aus Deutschland, dem annektierten Österreich, der Freien Stadt Danzig und der polnischen Stadt Zbaszyn zu gestatten. Die  Garantiesumme von fünfzig englischen Pfund pro Kind, war  Bedingung für die Visa und sollte von den beteiligten Organisationen oder von Verwandten, die bereits in England lebten, getragen werden. Damit  sollte die geplante  Emigration in Drittländer gesichert werden. Nach dem Einverständnis der britischen Regierung  erklärte sich auch Holland bereit, Kindern  vorübergehend Asyl zu gewähren und die Organisation der Kindertransporte  zu unterstützen.
Diie finanzielle  Absicherung durch Bürgen, die Organisation der Unterkünfte sowie die der Pflegeeltern übernahm in England das Refugee Childeren’ s Movment (RCM) später Jewish Refugee Commitee.

Der erste Zug mit mehr als  einhundertneunzig Kindern verließ am Abend des 30. November 1938 den Bahnhof Berlin -Friedrichstrasse. Weitere folgten vom Anhalter Bahnhof, Schlesischer Bahnhof(Ostbahnhof), Alexanderplatz, Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) und Zoologischer Garten. Acht Kinder saßen jeweils rechts und links  im Abteil der  Waggons in Richtung Aachen. Später war es den Eltern wegen der schmerzlichen  Abschiedsszenen nicht mehr gestattet auf die Bahnsteige zu gehen um sich von ihren Kindern zu verabschieden, um die deutsche  Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Transporte  wurden in größeren Städten wie  Leipzig, Halle, Frankfurt am Main oder München von der Deutschen Reichsbahn zusammengestellt und bis zur holländischen Grenze von der Gestapo streng bewacht.
Die jüdischen Gemeinden waren nur für die Organisation  jüdischier  Kinder zuständig. Die Kirchen versorgten Kinder anderer Konfessionen, die Quäker in Deutschland und England engagierten sich für konfessionslose Flüchtlinge. Um die Bearbeitung durch die deutschen  Behörden zu vereinfachen,  reiste eine holländische Bankiersfrau, Gertrud Wijsmüller-Meier, die sich auch in den folgenden Jahren sehr für die Rettung von jüdischen Flüchtlingen einsetzte, nach Wien zum  Reichssicherheitshauptamt. Mit ihrem forschen Besuch gelang ihr  die Bewilligung für die Ausreise von 600 jüdischen Wiener  Kindern und die  Genehmigung für die  weiteren Transporte bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges am 30.August 1939.
Ältere Kinder, deren Eltern verhaftet wurden, oder Waisenkinder, setzte man zuerst auf die Sammelvisa. In wenigen Fällen gelang es den Eltern Geschwister gemeinsam auf die Liste zu setzen. Die bevorstehende Trennung erzählten die Eltern den Kindern oftmals  erst kurz vor der Abfahrt um sie nicht zu beunruhigen und sie versprachen, bald nachzukommen. Ihre  Freunde und Geschwister sahen die viele von ihnen  an den Bahnhöfen zum letzten Mal.
In den meisten Fällen reisten die Kinder per Bahn  nach Hoek van Holland und mit dem Schiff weiter nach Harwich. Andere Schiffstransporte gelangten von Hamburg nach Southampton oder London. Bis zur Aufnahme in britischen Familien brachte man die Kinder im Ferienheimen wie im Sommercamp Dovercourt unter. Zentraler Treffpunkt  der Pflegeeltern und den Kinder war in London Liverpool Street  Station oder Victoria Station. Die fremde Umgebung, die Sprache, Essgewohnheiten, Umgangsformen, Traditionen  mussten sie nun ohne die vertrauten Eltern bewältigen und sich dem Lebensgewohnheiten  der Pflegefamilien  anpassen, die nicht immer jüdischen Glaubens waren.
Mit Ausbruch des II Weltkrieges startete  die deutsche Luftwaffe Bombenangriffe auf England. Deutsche wie englische Kinder wurden auf das Land evakuiert. Das hieß für die Kinder wieder neue Pflegeeltern und die inzwischen über sechzehnjährigen Jugendlichen der Status eines  „enemy alien” (feindllicher Ausländer) von denen viele unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern lebten. Proteste aus dem Inn und- Ausland bewirkten, das diesen Jugendlichen der Einsatz in der britischen Armee und im Roten Kreuz ermöglicht wurde.
Die  Kriegsbedingungen  minderten  die Möglichkeit der Briefkontakte zwischen den Kindern und ihren Familien.  Als im Februar 1941 in Wien und  Oktober 1941 in Deutschland  die Deportation der Juden begann, blieben die Kontakte ganz aus. Viele der Kinder waren beim Abschied  zu klein  (die jüngsten vier Monate) um sich an ihre Eltern zu erinnern, andere fühlten sich in den Pflegefamilien integriert.  Aber all denen, die ihre Eltern nicht wiedersahen bleibt eines, das Schuldgefühl überlebt zu haben, gegenüber den Familienmitgliedern, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Oftmals haben sie es in den eigenen  Familien nicht  thematisiert und sprachen jahrzehntelang  nicht darüber.
Bertha Leverton  eines der Kinder aus München, die im Januar 1939 mit dem Kindertransport überlebte, hat 1989 die erste Reunion in Harwich- Dovercourt organisiert. An diesem Treffen nahmen mehr als 1000 KINDER  teil, wie sie sich heute noch nennen. Für viele war es  die  erste Erfahrung, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind.
Dieses Treffen bildet die Grundlage der Dokumentation von Bertha Leverton und Smuel Löwenson I came alone” sowie dem oscarprämierten Dokumentarfilm „Into the arns of strangers – Kindertransport in eine fremde Welt” von Deborah Oppenheimer und Mark Jonathan Harris. Zu dessen  Prämiere im Jahr 2000 hat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder  die Einführungsrede  gehalten.
Bertha Leverton ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes  der Bundesrepublik Deutschland und wurde  für ihre Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit der Schicksale der Kindertransporte 2005 vom damaligen Innenminister Otto Schily mit dem Titel „Botschafter für Toleranz” und im Jahr 2007 von Queen Elisabeth II. mit dem Titel „Member of British Empire „(MBE) geehrt.
Die  erste der Skulpturen des Kindertransports  vom israelischen Künstler  Frank Meisler an  der Londoner Liverpool Street Station zeigt die Ankunft der Kinder, die Symbolik der Rettung.
auf Wunsch von Prinz Charles eingeweiht.
Die  Berliner Skulptur an der Georgen/Friedrichstrasse  von Frank Meisler  zeigt  die   Historische Situation der Kindertransporte in Deutschland.
Der Bronzeton  der beiden in Richtung Osten gehenden Kinderfiguren  verbindet die Londoner und die Berliner Kinder.
Die im Grauton  dargstellte kindergruppe  zeigt die zurückbleibenden Geschwister und Freunde die zu den 1,5 Millionen ermordeten Kindern des Holocaust gehören.

Seit März 2008 würdigt  eine Skulptur der britischen Künstlerin Flor Kent am Wiener Westbahnhof
2700 Kinder und Organisatoren der Kindertransporte von Wien.

Deze bijdrage met foto werd mij als aanvulling aangeleverd, nadat het artikel „Joodse kinderen voor de 2e wereldoorlog” gelezen werd.

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